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Schulordnung 1695

Im Folgenden erscheinen wortgetreue Auszüge aus den Quellen in Schrägschrift.

Kurzrickenbach und Egelshofen bildeten im 17. Jahrhundert eine gemeinsame Kirchgemeinde. Zusammen gründeten sie eine eigene Schule, die je während eines halben Jahres in Egelshofen und Kurzrickenbach angesiedelt war. Hermann Strauss zitiert die Schulordnung vom 25. November 1695 wie folgt:

Gleich wie die Gemeinden Egelschoven und Rigkenbach dem Schuolmeister Hoürissen jährlich 20 fl. (Gulden) zu besserer durchbringung versprochen, Also und hingegen soll der Schuolmeister sich obligiren und underwerfig machen folgender Schuolordnung Punkten:

  1. Mit den Kindern Morgen, Mitag, Abendt das Gebet fleißig verrichten, sie dahin allen Ernstes anhalten und ermahnen, dass selbe auff dem Schuolweg sein Züchtig und in sonderheit die Knaben mit ab ziehung der hüeten gegen Menglich sich verhalten Thügen.
  2. Soll die Schuol den Anfang Sommers Zeit Umb 7 Uhren und zu Winters Zeit Morgen Umb 8 Uhren, Mittags Umb Elffe Ende, Und nachmittag Umb eins bis vier wiederumb fortsetzen.
  3. Wan ein feyrtag in der wochen einfalth, solle Sambstag den ganzten tag, gleich wie zu Andern tagen, die Schuol gehalten werden.
  4. Für Schneidung der federen und Vorschreibung Kleiner vor Zedlen, sol den Kinder neben dem Schuollohn nit weiteres abgenommen werden/: ausgenommen die grossen forschrifften:/ Alß 2 kr (Kreuzer).
  5. Der Schuollohn sol ordinary sein ein Groschen und zu Winters Zeit Täglich ein Scheith, in Mangel dessen alle Wochen ein Batzen und das ohne abbruch der Feyertagen.
  6. Würt der Schuolmeister von selbsten wüssen vor allen Dingen die Schuol also unverdrossen zu halten und die Kinder zu unterrichten, das die ehr Gottes beförderrt, und Also die Eltern mit der lehr mögendt erfreuwt werden, auch von unanstendiger Gesellschaft, und was dem Schuolmeisterlichen Standt nit enlich. Zu bemüssigen, wie dan dessenwegen von dem H. Pfarrer und vorgesetzten die Schuol zu gewüssen Zeit besucht und Allem fleißig nach geforschet werden solle.

[Anm. d. Verf.: Vergleiche mit der heutigen Zeit sind nicht ohne Reiz...]

 

Autor:
Kurt Fillinger, Kreuzlingen 2013

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