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Schultypen im 19. Jh.

Im Folgenden erscheinen wortgetreue Auszüge aus den Quellen in Schrägschrift.

Bis 1874 bestand in der Schweiz keine allgemeine Schulpflicht. Daher erhielt eine grosse Anzahl der Kinder keine oder nur eine geringe Schulbildung. Viele Eltern hielten eine solche für überflüssig, wollten oder konnten nicht auf die Arbeitskraft der Kinder verzichten; manchen erschien der Schulweg zu lang und zu beschwerlich, oder welche Gründe auch immer den Verzicht begründen mochten. Die genannten Zahlen zeigen auch deutlich, dass generell weniger Mädchen als Knaben der Schulbesuch erlaubt wurde...

Alltagsschule

Sommer- und Winterkurse


Zeugnis von 1905...


...auch der Schulpräsident hatte zu unterschreiben


Singschule

Die Schule wurde von der Kirche betreut. Alle Kinder, die aus der Alltagsschule entlassen, also um die 12 Jahre alt waren, mussten bis zu ihrer Konfirmation die obligatorische Singschule besuchen.Diese hatte den christlichen Lobgesang zu fördern und die Choräle für den Gottesdienst einzuüben, denn an diesem mussten die Singschülerinnen und -schüler ebenfalls teilnehmen.

Repetierschule

Im Sommer wurde die Schule nur spärlich besucht, denn die Kinder mussten zu Hause mitarbeiten, oder die älteren arbeiteten in der Fabrik. Nach Martini, also im November begann die Winterschule. Diese wurde von mehr Kindern besucht, und meist hatte jedes neben dem Schulgeld wöchentlich ein Holzscheit mitzubringen. Kinder, die das Examen im Frühling erfolgreich bestanden, die also flüssig die Gebete und biblischen Erzählungen hersagen und Fragen aus dem Katechismus „richtig“ beantworten konnten, besuchten im Sommer nur die Repetierschule. Hier wurde während einiger Stunden pro Woche das Gelernte wiederholt. An manchen Orten wurde die Repetierschule auf den Sonntag verlegt, damit ja keine Arbeitskraft verloren ging...
Kreuzlingen führte 1915 an Stelle der Repetierschule das 7. und 8. Ganzschuljahr ein.

Nachtschule

Für Kinder, die Tags über in den Fabriken arbeiteten, bestand die Möglichkeit, am Abend den Unterricht zu besuchen. Meist wurden diese Stunden nur im Winter angeboten.

 

Autor:
Kurt Fillinger, Kreuzlingen 2013

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