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Primarschulzentrum Bernegg

Im Folgenden erscheinen wortgetreue Auszüge aus den Quellen in Schrägschrift.


Eine schöne Ansicht des Schulhauses Emmishofen, der Kirche St. Stefan und rechts der Weinburg.

Zu Beginn ein Todesfall
Der Tod von Schulmeister Josef Burkart am 9. Februar 1765 war Anlass für die erste Erwähnung einer (katholischen) Schule in Emmishofen. Ein Bürger hatte das Haus an der Esslenstrasse 28 gestiftet, das dem Lehrer als Wohn- und Arbeitsstätte diente, siehe auch Mittelalter bis 20. Jh.
1818 zog die Schule in das grössere Haus an der Lohstrasse 1 um.
1825 entstand das Esslenschulhaus an der Esslenstrasse 33. Es diente der Schule bis 1917.
1861 wurden im Thurgau die katholischen Schulen aufgelöst und die paritätische Klassenschule eingeführt. Emmishofen kaufte 1862 ein Wohnhaus an der Bernrainstrasse, in das 1863 die Oberschule und 1883 auch die Unterschule einzogen.
Im Archiv der Schulgemeinde Kreuzlingen finden sich einige Besitzkurkunden aus Emmis­hofen, darunter

  • ein Einhändigungs-Brief  von 1829, der die Übereignung eines Grundstücks an den Löbl. kathol. Schulfond Emishofen ebenso belegt wie dessen Zugehörigkeit zum Stift St. Stephan in Konstanz von 1829, der die Übereignung eines Grundstücks an den Löbl. kathol. Schulfond Emishofen ebenso belegt wie dessen Zugehörigkeit zum Stift St. Stephan in Konstanz
  • und der Kaufbrief von 1862 für das heutige Schulhaus Weinburg, bereits auf vorgedrucktem Formular ausgefertigt.

Weinburg
Seit 1863 nutzt die Schule das „alte Schulhaus Emmishofen“. Es diente erst der Oberschule. Im Erdgeschoss wies es ein Schulzimmer auf, während im Obergeschoss die Lehrerfamilie wohnte. Die Unterschule war damals noch im 1825 erbauten Esslen-Schulhaus untergebracht, zog aber 1883 auch in die Weinburg um. Auf Beschluss des Regierungsrates war zur Tilgung der auf der Liegenschaft lastenden Schuld eine jährliche Schulsteuer zu erheben. Diese betrug z. B. 1898 ein Promille des Steuerkapitals, siehe auch Steuerrodel.
Um 1860 zählte Emmishofen rund 700 Einwohner, doch stetig stieg die Einwohnerzahl, so dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Bau eines neuen Schulhauses unumgänglich wurde. Nach Plänen der Architekten Weideli und Kressebuch entstand südlich der Kirche das Schulhaus Emmishofen. Im Juli 1917 konnte es eingeweiht werden (s. unten).



1928 vereinigte sich die Schulgemeinde Emmishofen mit Kreuzlingen.
Über 100 Jahre lang diente die Weinburg der Schule. 1971, nach deren Umzug ins neue Schulhaus Bernegg befand sie sich zwar in schlechtem Zustand, wurde jedoch weiterhin genutzt, beherbergte während Jahren einen Kindergarten, diente der Arbeitsschule, bot Raum für Kurse in italienischer und in türkischer Sprache und Kultur, für ein Malatelier und manch anderes mehr.

Auf seiner Nordseite war das alte Schulhaus Emmishofen, also die Weinburg, mit einem Restaurant/Metzgerei zusammengebaut. In einem Brief der Kindergartenkommission aus dem Jahre 1951 kommt letztere zur Sprache: Auf dem Spielplatz beim Kindergarten Emmishofen ist der Drahthag vor dem Anwesen der Metzgerei in sehr schlechtem Zustand. Dahinter befindet sich das Schlachthaus mit einem Fenster nach Süden, das die Kinder benützen, um zuzusehen beim Schlachten der Tiere. Sie sind sicher auch der Ansicht, dass dieser Anblick für die Kleinen ungünstig ist und ausgeschaltet werden muss.


Das Schulhaus Weinburg vor dem Umbau

Das baufällige Gebäude wurde 1961 von der Schulgemeinde erworben mit der Auflage es abzubrechen, damit die Einmündung der Rosgarten- in die Bernrainstrasse übersichtlicher ausgebaut werden konnte. Der Abbruch erfolgte jedoch erst 1978 und zwar aus Sicherheitsgründen.
Gegen den geplanten Abbruch auch des Schulhauses Weinburg opponierte vor allem der Quartierverein Egels­hofen. Da die Schulen ohnehin unter grosser Raumnot litten, fiel es der Behörde leicht, dem Volk statt des Abbruchs eine Renovation vorzuschlagen: Im Erd- und Obergeschoss entstanden zwei grosszügige Schulzimmer und im Dachgeschoss ein Werkraum. Mit dem Schuljahr 1980/81 zogen in das renovierte Schulhaus eine Sonderklasse der Oberstufe und eine Mittelstufenklasse ein.

Kinderfestfonds Emmishofen
1868 stiftete Othmar Anderwert Fr. 300.- für die Ausrichtung eines Kinderfests. Ein Jahr später kamen weitere Fr. 300.- dazu. Der Fond erhielt in der Folge immer wieder Beiträge, sodass er 1927 ein Vermögen von fast 4000 Franken aufwies. Allerdings wurde die Zweckbestimmung grosszügig interpretiert: Die Jahresrechnungen erwähnen Ausflüge, Spaziergänge, Eisenbahnfahrten, Bewirtungen der Schüler, und anderes mehr. Eine Ausnahme bildete 1909, als der Fond einen Beitrag von Fr. 283.50 an das Kinderfest zur Einweihung des Schreiberschulhauses leistete.
1927 ging die Verwaltung des Fonds an die Primarschulgemeinde Kreuzlingen über.
Dieser Fonds blieb nicht der einzige private finanzielle Beitrag an die Schule: Ab 1909 taucht in den Jahresrechnungen der Schulgemeinde Kreuzlingen die Molly Ammann’sche Stiftung auf. Sie dürfte 1905 mit Fr. 5000.- eröffnet worden sein. Die Zinsen wurden jedes Jahr der Schulreisekasse gutgeschrieben, so dass das Stiftungsvermögen sich nicht veränderte.
Aus dem Legat des Marschner sel. zur Unterstützung armer braver Schulkinder wurden wiederholt Holzschuhe für bedürftige Kinder angeschafft, letztmals 1918, als das gesamte Stiftungsvermögen von noch Fr. 771.15. hiefür verwendet wurde, womit der Fonds aufgehoben war.

Kindergarten
Am 16. Oktober 1894 gründete das „Comité der Kleinkinderschule zu Emmishofen“ einen privaten Kindergarten, der sich bald regen Zuspruchs erfreute. zu Emmishofen“ einen privaten Kindergarten, der sich bald regen Zuspruchs erfreute.

...

 

Kleinkinderschule Emmishofen
Das unterzeichnete Comité beabsichtigt zu Anfang des nächsten Jahres in Emmishofen eine Kleinkinderschule ins Leben zu rufen.
Diese Schule soll in positiv christlichem Sinne geleitet werden, ist aber nicht als Gemeindesache der „unabhäng. evang. Kirchgemeinde Emmishofen“, sondern als Privatangelegenheit des Comité’s zu betrachten, daher auch Kinder ohne Unterschied der Konfession aufgenommen werden können.
Knaben und Mädchen im Alter von 3 bis 6 Jahren sollen als Schüler angenommen werden. Die Kinder bezw. deren Eltern haben sich der Ordnung der Schule zu fügen; auch sollen die Kinder in geordneter Kleidung zur Schule kommen.
Das Schulgeld beträgt für die Woche 25 Cts. pro Kind.
Der Unterricht (Spielen, Spazierengehen inbegriffen) soll stattfinden am Vormittag von 9.00 - 11.30 Uhr und am Nachmittag von 14.00 – 16.00 Uhr, Mittwoch und Samstag Nachmittag ist frei.
Als Lehrerin ist bereits ein Fräulein engagiert das uns für diese Arbeit besonders geeignet erschien. Dasselbe macht gegenwärtig einen Kleinkinderlehrer Kursus durch und kann mit Neujahr ihren Posten bei uns antreten.
Die Kleinkinderschule wird, s. G. w., Donnerstag, den 3. Januar, vormittags ½9 Uhr eröffnet. Anmeldungen nehmen entgegen die unterzeichneten Vorstandsmitglieder.

Beiträge für dieses Werk nimmt gerne entgegen:
das Comité der Kleinkinderschule zu Emmishofen.

a. Damen-Comitéb. Herren-Comité
gez. Elisabeth Voemel gez. A. Voemel, Pfarrer
gez. Euphrosine Wendel gez. Grob, Girsberg
gez. Augusta von Langenne gez. Johannes Blanke, Prokurist
gez. Anna von Braun  

Die Abkürzung s. G. w. meint: „so Gott will“.

Schulhaus Emmishofen
Die zunehmende Platznot machte anfangs des 20. Jh. den Bau eines neuen Schulhauses nötig: Oberhalb der 1903 geweihten Kirche St. Stephan wurde das Schulhaus Emmishofen errichtet.
Es umfasste vier Schulzimmer, einen Raum für Textiles Werken (im Dachgeschoss rechts) eine Wohnung für den Hauswart (die vier Fenster links und Mitte im Dachgeschoss) und im Untergeschoss einen Raum für den Werkenunterricht, die Waschküche, Technik, einen Lagerraum. Das stolze Schulhaus konnte unter reger Beteiligung der wohl ebenso stolzen Bevölkerung im Juli 1917 eingeweiht werden, siehe auch Einweihung 1972.

 

Aus dem Programm der Einweihungsfeier vom Samstag, 29. Juni 1968:

12.00 Uhr Sammlung der Schuljugend und Behörden auf dem alten
Schulhausplatz
13.00 Uhr Festzug durch das festlich geschmückte Dorf (7 Gruppen mit 250
Darstellern)
14.00 Uhr

Weiheakt:

  • Deklamation mit Weihelied
  • Schlüsselübergabe durch den Architekten Heinz A. Schellenberg
  • Ansprache seitens des Präsidenten Peter Perini
  • Ansprache seitens des Präsidenten der Baukommission
15.00 Uhr Beginn der turnerischen, theatralischen und musikalischen
Produktionen durch die Schüler:
Blumenreigen (Mädchen),
Schauspiel für die Jugend: „Nikolaus von der Flüe oder die
Tagsatzung zu Stans“, ein Stabreigen
17.00 Uhr Speisung der Kinder im Rebstockgarten und Besichtigung
des Schulhauses

Nach dem Abendessen setzte sich die Feier fort:
Auf ein Singspiel folgten Gesänge, Deklamationen, Spiele und Belustigungen in angenehmer Abwechslung. Die Zwischenpausen wurden von der bestens bekannten Musikgesellschaft Kreuzlingen in vortrefflicher Weise ausgefüllt.
Der zweite Teil des Festes fand nach der Entlassung der Schuljugend im Rebstocksaale statt.

Turnhallen-Projekte
Zur Zeit des Schulhausbaus kam dem Sportunterricht nur geringe Bedeutung zu, weshalb wie auch in Kurzrickenbach auf den Bau einer Turnhalle verzichtet wurde. 1940 erst, kurz nach Beginn des 2. Weltkrieges verlangte die „Freie bürgerliche Vereinigung Emmishofen“ den Bau einer solchen. Das Anliegen wurde aufgenommen, offenbar aber nicht als allzu dringlich erachtet: Erst 1944 lag ein Projekt für den mittlerweile von Lehrern und Vereinen dringlich angemahnten Bau einer Turnhalle in Emmishofen vor.


Projekt 1944 von Architekt A. Ilg

Die Fotomontage aus dem Jahresbericht zeigt, dass zwischen Schulhaus und Kirche ein wuchtiger zweistöckiger Hallenbau vorgesehen war. Das Untergeschoss sollte je einen grossen Velo- und Reserveraum und dazwischen einen Raum für Vereine umfassen. Dieser hätte das Schulhaus und vor allem die Abwartfamilie entlastet, wurde doch der an deren Wohnung angrenzende Raum für Textiles Werken von Vereinen und Chören abends als Übungsraum genutzt. Die Pläne von 1957 für die Renovation und den Ausbau dieses Raumes tragen den Vermerk „Krach mit Ortsvereinen“, wohl ein Hinweis darauf, dass die Umgestaltung den Übungsbetrieb erschwerte.
Noch bevor das fertig ausgearbeitete Projekt zur Abstimmung gelangen konnte, reduzierte die Zentralstelle für Arbeitsbeschaffung des Kantons Thurgau die Zementzuteilung für dringende Schulhausbauten drastisch und das Geschäft musste vertagt werden.


1947 Schulhaus Emmishofen mit projektierter Turnhalle

Im Dezember 1947 kam ein wesentlich verändertes Projekt zur Abstimmung, der Kredit von 212 000 Fr. wurde jedoch wuchtig verworfen, ebenso, wenn auch weniger deutlich, jener für den Anbau am neuen Sekundarschulhaus.
Während Jahren konnte ein Teil der Turnstunden in der Halle des Erziehungsheims Bernrain erteilt werden. Dies bedeutete jedes Mal eine unangenehme Wanderung mit der ganzen Klasse die Bernrainstrasse hinauf und wieder zurück. Lehrkräfte und Kinder waren darum erleichtert, als im Juli 1965 die Stimmbürger einen Kredit für einen Pavillon mit zwei Schulzimmern und den Bau zweier Turnhallen als erster Etappe einer neuen Schulanlage guthiessen. Ab 1968 konnten die neuen Turnhallen in Emmis­hofen benutzt werden ... und wie sie genutzt wurden! Von Beginn weg waren sie durch die Schulen und das Seminar, durch Vereine und andere Organisationen voll belegt. Für Veranstaltungen aller Art wird bis heute die untere als Mehrzweckhalle mit einer Theaterbühne ausgestattete Halle verwendet, während der Schwingraum nicht mehr als Übungsraum der Schwinger genutzt wird.
Der Bau der beiden Hallen bildete die erste Etappe einer geplanten neuen Schulanlage über dem Saubach westlich des Schulhauses Emmishofen.


Titelfoto: Einladung zur Einweihung

[Anm. d. Verf.: Wohl hatte die Realisierung des Turnhallenbaus ungehörig lang gedauert, doch ist das Ergebnis sicher erfreulicher, als dies die Projekte von 1944 und 1947 waren.]

Schüler aus Tägerwilen
Die Häuser westlich des Ziegeleiweihers und an der Hochstrasse stehen auf Tägerwiler Boden. 1950 beantragten erstmals Eltern dieses Quartiers, ihre Kinder in die Primarschule Em­mishofen schicken zu dürfen. Es stellte sich die Frage ob die betreffenden Grundstücke der Schulgemeinde Kreuzlingens zugeteilt werden sollten. Der Regierungsrat entschied jedoch, dass die Eltern ihre Kinder auf Gesuch hin in die Primarschule Kreuzlingen schicken könnten. Die Schulgemeinde Tägerwilen hatte ein jährliches Schulgeld von Fr. 200.- pro Kind zu bezahlen, dafür blieben die Gesuchsteller weiterhin in Tägerwilen schulsteuerpflichtig.

Papa Moll
Seit 1952 war in der ganzen Schweiz die Figur des Papa Moll bekannt und bei den Kindern beliebt. So durfte Richard Moll es sehr wohl als Ehre betrachten, dass er von Kindern und Eltern ebenso genannt wurde. 45 Jahre lang, von 1923 bis zu seiner Pensionierung 1968 wirkte er mit Leib und Seele als Lehrer in Emmishofen. In seinem Realienunterricht (Heimat- und Naturkunde, Geografie und Geschichte) ging er wo immer möglich vom direkten Erleben aus. Er unternahm mit seinen (grossen!) Klassen Exkursionen, erkundete die Unterrichtsthemen vor Ort, und war damit den meisten Lehrern seiner Zeit weit voraus. Noch während vieler Jahre wurden seine „Unterrichtsblätter zur Heimatkunde des Kantons Thurgau“ von Lehrerinnen und Lehrern der Mittelstufe gern und ausgiebig genutzt.

Schulhaus Bernegg - ein Wechselbad

Modellansicht der Schulanlage in der Botschaft für die Urnenabstimmung vom 3./4. Juli 1965.
In der Ecke Bernrain-/Rosgartenstrasse ist zu erkennen, dass die Weinburg auf der Nordseite mit einem weiteren Gebäude zusammengebaut war, dem gleichnamigen Restaurant, zu dem früher auch eine Metzgerei gehörte.

Nach dem Bau von Turnhalle, Mehrzweckhalle und Hauswartwohnung 1965 bedurfte es zweier Abstimmungen ehe das neue Schulhaus in Em­mishofen verwirklicht werden konnte: Das im September 1969 verworfene Projekt wurde vier Monate später komfortabel angenommen, trotz des auf Grund der Bauteuerung kräftig gestiegenen Preises! 1971 konnte es eingeweiht und „getauft“ werden. Ein Jahr später war auch die „Aula“ fertig gebaut. Diese diente vorwiegend als Singsaal, für den Unterricht mit zwei oder mehr Klassen, kam aber auch als Video- und Filmraum, als Klassenzimmer, Schulungsraum, Kinderhort, Kurslokal, Gruppenraum ... zum Einsatz, kurz: Der Singsaal erwies sich als ausserordentlich nützlicher, vielfältig nutzbarer Raum.

Der Name des neuen Schulhauses sollte über einen öffentlichen Wettbewerb gefunden werden. Kopfzerbrechen bereitete dabei der von der Emmishofer Lehrerschaft eingereichte Vorschlag:
Saubachschul­­haus.
Die Behörde war zwar erleichtert als sie erfuhr, dass es sich dabei um einen Jux handelte, fand den Spass aber nicht so lustig...


Oh happy day –
Kreuzlingen 3. Juli 1971

... heisst das kreisrunde drehbare Bild, das der Kreuzlinger Maler (und damals Mittelstufenlehrer in Emmishofen) Anton Bernhardsgrütter für den Eingangsbereich des neuen Schulhauses schuf.

Es vereinigt und vermischt eine Fülle von Abbildungen der nahen Umgebung und Heimat sowie der weiten Welt, zeigt realistisch, bunt und ironisch gebrochen Alltägliches und Festliches, Kleines und Grossartiges, Gestriges und Heutiges... vieles eben, was an diesem Tag zu sehen, zu wissen, zu denken sein konnte. Immer wieder stehen Kinder davor, lassen das Bild kreisen, weisen einander auf Szenen hin, vergleichen mit ihren Erfahrungen.
Ein Wimmelbild? Ja, es wimmelt nur so von fröhlichen, feiernden Menschen, Menschen die einen glücklichen Tag als Teil eines hoffentlich glücklichen Lebens verbringen.
Ein Mandala? Das lichtdurchflutete Zentrum von Bild und Himmel ist streng gevierteilt, erinnert so an die vier Himmelsrichtungen, die vier Elemente, die vier Charaktertypen/Temperamente, usw. Säulenhaft steif ragt eine langhaarige männliche Gestalt in die Scheibe, mönchartig gekleidet, die Rechte gesenkt, die Linke nach oben zeigend. Zwei Paare, langhaarig und bunt gekleidet erinnern an die weltweiten Bewegungen junger Menschen, ihr Leben ganz anders zu gestalten als dies ihre Eltern taten, und locker seitwärts hingekniet ruft eine junge Frau zu „Make Love not War“ auf, siehe auch Einweihung 1972.

Schulleitung
Seit 2005 ist das PSZ Bernegg eine Geleitete Schule. Damit begannen auch hier parallel zueinander zwei nicht immer einfache Entwicklungsprozesse:

  • Teambildung und Teamentwick­lung (Die Klassen waren auf drei Schulhäuser und zwei Kindergärten verteilt.)
  • Gezielte qualitative und strukturelle Entwicklung der Schule.

Um- und Anbau
Wie alle Schulhäuser wurde auch das Berneggschulhaus laufend unterhalten und den sich ändernden Bedürfnissen der sich entwickelnden Schule angepasst ... soweit es die vorhandenen Räume zuliessen. So wurde z. B. 2005 das Lehrerzimmer in den ehemaligen Kartonage-Raum transferiert, weil das bisherige als Büro für die neu eingerichtete Schulleitung benötigt wurde.
Von 2007 bis 2008 dann erfuhr die Anlage eine grosse Veränderung: Parallel zum laufenden Schulbetrieb wurde ein Anbau mit 5 Gruppenräumen, einem zusätzlichen Schulzimmer und einem Arbeitsraum gleicher Grösse für die Lehrpersonen errichtet. Östlich der Turnhalle kam eine Bibliothek hinzu, welche endlich das in einem Luftschutzkeller eingerichtete feuchte Provisorium ablöste. Das erweiterte Pausendach vermag viel mehr Kinder vor der Unbill des Wetters zu schützen und der ehemalige Kartonnageraum, seit 2005 Lehrerzimmer, dient nun als Hort und Mittagstisch.

Erneutes Wachstum
Dank der regen Bautätigkeit im Westen Kreuzlingens nahmen die Schülerzahlen im PSZ Bernegg gegen Ende des ersten Jahrzehnts zu. Darum wurde 2009 am Zeppelinring ein neuer Kindergarten eröffnet und im Schulhaus Emmishofen eine Einführungsklasse für fremdsprachliche Kinder eingerichtet.

 

 

Quellen:

  • Pfarrer B. Schmid: Aus der Schulgeschichte von Emmishofen (Gedenkschrift zum Bau des Wehrlischulhauses, Kreuzlingen 1952)
  • Sonderbeilage des „Thurgauer Volksfreund“, 28. Juni 1968
  • Vereinigung Heimatmuseum Kreuzlingen: Beiträge zur Ortsgeschichte:
  • Hermann Strauss: Die Schulen in Kreuzlingen; Heft. VI, 1952
  • Diverse Botschaften und Abstimmungsunterlagen
  • Mündliche und schriftliche Informationen
  • Kunstkoffer von Nadja Rubli, August 2009

 

Autor:
Kurt Fillinger, Kreuzlingen 2013

Schulgemeinde Kreuzlingen | Pestalozzistrasse 15 | 8280 Kreuzlingen | 071 677 10 00