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Der Schulweg als ein Lernraum

Verkehrssicherheit lernen Kinder in der Praxis. Sie brauchen echte Verkehrssituationen, die sie auf dem Weg immer wieder üben können. Mit der Kampagne «Schritt für Schritt selbständig zur Schule» möchten wir ermutigen, den Kindern genau diesen Weg zuzutrauen, sodass sie Schritt für Schritt selbstständiger werden.

Das Gesetz über die Volksschule des Kantons Thurgau hält in § 25 «Schulweg» fest: Fussmarsch und Fahrradbenutzung gehen dem Schülertransport vor.

6 GUTE GRÜNDE

Warum der selbständige Schulweg zählt.

  1. 1. Sicherer unterwegs
    Auf dem täglichen Schulweg lernen Kinder zu beobachten, Geschwindigkeiten einzuschätzen und die Strasse erst zu überqueren, wenn das Auto steht. Durch dieses regelmässige Üben erlernen sie, sich sicherer in den verschiedenen Situationen zu bewegen.
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  3. 2. Selbstvertrauen stärken
    Jeden Tag etwas Neues – ein Regentag überstanden, eine knifflige Wegstelle gemeistert. Diese scheinbar kleinen Erlebnisse stärken die Kinder. So wächst das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten weit über den Schulweg hinaus.
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  5. 3. Freundschaften erleben
    Auf dem Schulweg treffen Kinder ihre Gspänli, lernen sich nach Absprachen zu treffen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und kleine Konflikte selbst zu lösen. Weil das, je nach Alter, ohne Aufsicht von Eltern und Lehrpersonen geschieht, trägt es zusätzlich zur sozialen Selbständigkeit bei.
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  7. 4. Aktiv in den Tag starten
    Der Weg zu Fuss bringt, ganz nebenbei Bewegung an der frischen Luft in den Alltag. Kinder kommen wacher in der Schule an und können auf dem Heimweg die Erlebnisse des Tages mit Mitschülerinnen und Mitschüler diskutieren. So wird der Schulweg zum wohltuenden Übergang zwischen zuhause und Schule.
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  9. 5. Verantwortung übernehmen
    Wer den Weg selbst bewältigt, lernt, Verantwortung zu tragen: rechtzeitig losgehen und pünktlich ankommen, unterwegs die richtigen Entscheidungen treffen und dabei Rücksicht auf andere nehmen.
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  11. 6. Gefahren früh erkennen
    Wer regelmässig zu Fuss unterwegs ist, entwickelt einen Blick für heikle Stellen: unübersichtliche Ausfahrten, parkierte Autos, Baustellen oder stark befahrene Übergänge. Kinder lernen, solche Situationen einzuschätzen und der Situation angepasst zu reagieren – etwas, das sich vom Autorücksitz aus nicht lernen lässt.

FAQ

«Ich mache mir Sorgen wegen der Sicherheit.»
Verständlich. Genau deshalb wurde die Signalisation punktuell angepasst.
Kinder, die regelmässig zu Fuss gehen, lernen dabei, sich im Verkehr zurechtzufinden. Das ist eine Kompetenz, die sie ein Leben lang begleitet.

«Morgens ist alles eng getaktet.»         
Zeitdruck ist real. Gerade deshalb kann ein eingespielter Fussweg helfen: feste Route, fester Ablauf.
Viele Familien berichten, dass der Schulweg zu Fuss den Morgen sogar entlastet, sobald die Routine steht.

«Bei Regen oder Kälte ist das schwierig.»        
Unterschiedliches Wetter gehört zum Alltag dazu. Mit guter Ausrüstung – Regenjacke, feste Schuhe – klappt der Fussweg auch bei Regen und Kälte. Kinder gewöhnen sich rasch daran und sind oft robuster, als man denkt.

«Mein Kind ist noch klein.»
Gerade kleine Kinder profitieren davon, den Schulweg Schritt für Schritt zu lernen – zuerst mit Begleitung, dann mit einer Laufgruppe, später allein. Gemeinsame Treffpunkte im Quartier oder begleitete Teilstrecken machen den Übergang leichter.

«Andere fahren auch.»
Die grosse Mehrheit der Kinder in Kreuzlingen geht zu Fuss – das ist der Normalfall. Je mehr Familien mitmachen, desto ruhiger und übersichtlicher wird es rund ums Schulhaus. Jeder Fussweg zählt.

«Was ist, wenn ich trotzdem fahren muss?»
Es gibt Situationen, in denen das Auto nötig ist. Die Signalisation rund um die Schulhäuser zeigt, was vor Ort gilt. Im Alltag geht es darum, den Fussweg als Regelfall zu stärken – für Ausnahmen gibt die Signalisation Orientierung.

«Das ist doch nur eine Verbotskampagne.»
Diese Initiative will motivieren. Im Zentrum steht, was Kinder gewinnen: Selbstständigkeit, Bewegung, Verkehrskompetenz.

«Mein Kind hat besondere Bedürfnisse.»
Für besondere Situationen gibt es individuelle Lösungen. Die Schule ist Ansprechpartnerin und findet gemeinsam mit den Eltern den passenden Weg.

«Das betrifft mich gar nicht.»    
Wer bereits zu Fuss unterwegs ist, trägt schon bei. Danke dafür. Die Kampagne stärkt den Schulweg als Normalfall und macht sichtbar, was die Mehrheit längst tut.

«Was hat sich rund ums Schulhaus geändert?»
Die Signalisation wurde punktuell angepasst. Die Signalisation vor Ort zeigt, was gilt.